Wo das Glück im Pappelwald gackert

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Eine malerische Landstraße, ein schützendes kleines Wäldchen und idyllische Ruhe. Wer nach Obersdorf kommt, und zwar ganz wichtig, in das Obersdorf ohne „t“, findet in der Gemeinde Kirchendemenreuth ein echtes Stück ländliche Romantik. Hier, am Bio-Eierhof der Familie Ehmann, grasen Ziegen und Schafe friedlich auf der Weide, Alpakas blinzeln neugierig über den Holzzaun und aus einem Pappelwald ertönt ein zufriedenes Gackern. Hier hat sich die Familie ihren ganz persönlichen Traum von einer nachhaltigen und tiergerechten Landwirtschaft erfüllt.

Von der kleinen Gartenhütte zum Genuss-Paradies

Begonnen hat das Abenteuer im Jahr 2020 mit einer simplen Gartenhütte. Heute betreibt die Familie einen wunderschönen, vergrößerten Hofladen, der sich perfekt in die Landschaft einfügt. Die Regale sind prall gefüllt mit regionalen Schätzen. Im Zentrum stehen natürlich die frischen Bio-Eier. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt liebevoll verpackte Nudeln, cremigen Eierlikör und einen echten Verkaufsschlager: Kuchen im Glas.

Diese geniale Idee von Saskias Mann rettet Eier, die vielleicht einen kleinen optischen Makel haben, vor der Tonne und verwandelt sie in eine süße Versuchung. Das ist besonders praktisch, wenn man im Büro mal schnell eine Stärkung aus der Schublade holen möchte oder ein passendes Geschenk sucht, denen ein ganzer Kuchen oft zu viel ist. Ergänzt wird das Sortiment durch Suppenhühner von befreundeten Betrieben, Wurstwaren aus Parkstein und hausgemachte Marmeladen aus den Früchten des eigenen Gartens. Eine wunderbare regionale Versorgung für alle gesundheitsbewussten Kundinnen und Kunden.

Ein Neuanfang mit 3000 Hennen

Der Weg zum Biohof war dabei keineswegs von Anfang an vorgezeichnet. Auf dem elterlichen Betrieb des Ehemannes lebten früher Kühe und Schweine. Als die klassische Schweinehaltung keine Perspektive mehr bot, stand eine große Entscheidung an. Saskia Ehmann, gelernte Industriekauffrau und dreifache Mutter, wollte den Hof gemeinsam mit ihrem Mann mit neuem Leben füllen, anstatt die Gebäude leer stehen zu lassen. Die Legehennenhaltung erwies sich als idealer Weg, um Familie und Landwirtschaft harmonisch zu vereinen. Zwar bedeutet ein Hof voller Tiere Arbeit an 365 Tagen im Jahr, doch die Flexibilität, bei kranken Kindern einfach zu Hause auf dem eigenen Betrieb bleiben zu können, wiegt diese Mühen locker auf. Man arbeitet zwar sieben Tage die Woche, muss aber nicht vom Büro fernbleiben, wenn die Familie einen braucht.

Warum Hühner eigentlich Waldtiere sind

Mit rund 3.000 Tieren der Rasse „Sandy“, die für ihre hübschen cremefarbenen Eier bekannt ist, gilt der Betrieb in der landwirtschaftlichen Welt als erfreulich kleine und familiäre Nummer. Die Hennen leben nach den strengen Vorgaben von Bio Naturland und genießen ein Leben, das ihren natürlichen Instinkten voll und ganz entspricht. Wer glaubt, Hühner wünschen sich eine endlose, leere grüne Wiese, der irrt sich gewaltig. Ein Huhn fürchtet instinktiv Beutegreifer aus der Luft, wie etwa den Habicht. In dem liebevoll angelegten Pappelwald finden die gefiederten Damen stets Schutz, können entspannt scharren und haben immer ein sicheres Versteck im Blick. Ein glückliches Tier erbringt auch gerne seine Leistung. Das Resultat ist eine wunderbare Symbiose für alle Beteiligten.

Regionalität aus voller Überzeugung

Etwa achtzig Prozent der Eier gehen an die Erzeugergemeinschaft Biohennen AG, ein Zusammenschluss von rund 30 familiären Höfen, die sich gegenseitig unterstützen und höchste Tierwohlstandards pflegen. Die restlichen Eier erfreuen die Käuferinnen und Käufer direkt vor Ort im eigenen Hofladen sowie in kleinen, ausgewählten Partnergeschäften  der Region.

Auf große Massenabfertigung in unzähligen Supermärkten verzichtet die Familie ganz bewusst. Im eigenen Lädchen dürfen die Besucherinnen und Besucher ihre Eier sogar unverpackt in mitgebrachte Schachteln füllen. Wenn in naher Zukunft ein zweites leerstehendes Stallgebäude nachhaltig umgenutzt wird, bleibt die Philosophie dennoch fest bestehen: Klasse statt Masse. Man muss nicht um jeden Preis wachsen, wenn das Konzept für die Familie rundum stimmig ist.

Ein gesundes Fazit zum Schluss

Alle Genießerinnen und Genießer dürfen aufatmen. Der alte Mythos, man dürfe aus gesundheitlichen Gründen nur ein einziges Ei pro Woche essen, ist mittlerweile medizinisch völlig überholt. Einem entspannten Frühstück mit einem frischen Bio-Ei vom Hof Ehmann steht also absolut nichts im Wege.