Bleibende Werte

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Herzlich willkommen in der guten alten Zeit! Wir sehen uns um und können die Lebendigkeit vergangener Tage mit allen Sinnen spüren. Aber war sie wirklich so gut, die alte Zeit? Einiges scheint heute um vieles leichter geworden zu sein, wenn man die früheren Werkzeuge einiger Handwerksberufe genau unter die Lupe nimmt. Vor allem das Schmiede- oder Schusterhandwerk lassen erahnen, wie anstrengend einst die Arbeiten für unsere Vorfahren waren.

Gisela Kick-Schaffer ist die „Wächterin“ über ca. 5000 alte Schätze und Unikate. „Als Museumsbeauftragte für das Waldnaabtal-Museum in Neuhaus habe ich sozusagen mein privates Hobby in eine ehrenamtliche Tätigkeit verwandeln können. Ich war schon immer an Kunstausstellungen interessiert und habe mich gerne mit der Geschichte befasst. Unser Heimatmuseum zeigt Exponate aus unterschiedlichsten Bereichen der Heimatgeschichte, des Handwerks, der Porzellan- und Glasindustrie, der Kunst, der Kultur sowie der Natur und der Forschung. Wir sind sehr glücklich, dass wir vier Etagen dafür nutzen können. All das darzustellen nimmt aber auch viel Zeit in Anspruch, weswegen ich sehr dankbar dafür bin, von drei weiteren ehrenamtlichen Mitwirkenden vor Ort unterstützt zu werden.“ 

Heimat ist mehr als ein Landstrich

Besonders wenn es um alte Schätze aus der Glas- und Porzellanindustrie geht, wird eine ganz ruhige Hand benötigt, mit der die Vitrinen bestückt werden. Gisela Schiebe hat das nötige Gespür und vor allem zitterfreie Hände. Sie wirkt ebenfalls ehrenamtlich und unterstützend im Waldnaabtal-Museum mit. „Durch die damals ansässigen Kristall- und Porzellanfabriken ist es uns möglich, viele bedeutende Kunstwerke aus den regionalen Manufakturen auszustellen. Es ist für uns als Gestalter der Räumlichkeiten und Ausstellungen immer eine wunderbare Entlohnung, wenn wir die bewundernden und staunenden Augen unserer Besucher beobachten können.“

Was Heimat alles bedeuten kann, wird den Besuchern beim Durchstöbern der Themenwelten auf eine detailverliebte Weise verdeutlicht. Sonderausstellungen und ein regelmäßiger Wechsel der Ausstellungsobjekte laden interessierte Besucher immer wieder aufs Neue ein, sich auf eine Zeitreise in vergangene Tage zu begeben.

Da es sich um kein staatliches Museum handelt, sind insgesamt zwölf ehrenamtlich Mitwirkende des Oberpfälzer Waldvereins mit allen Arbeiten um den Erhalt und die Pflege der Einrichtung betraut.

Kleine Gäste, große Augen

Reinhard Heine zieht die Fäden im Hintergrund und kooperiert seit über vier Jahren mit der Grundschule Windischeschenbach. So ermöglicht er den Kindern, dass das Lernen zu einem Erlebnis wird. „Gerne öffne ich die Museumspforten für die Kinder der ersten und zweiten Klassen. Unsere Ausstellungen lassen sich wunderbar mit Themen des Heimat- und Sachkunde-Unterrichts verknüpfen. Es ist toll, wenn die kleinen Gäste große staunende Augen machen. Später halten sie über das Gesehene Referate oder tüfteln an Ideen, um unser Museum zu bereichern. Dieses Jahr überraschte uns zum Beispiel eine zweite Klasse mit einer sehr effektiven Maßnahme. Die Kinder erstellten Barcodes für unsere Tierwelt, die wir nun den einzelnen Tieren zuweisen können. Ruft man per Handy die Codes auf, erhält man zu den Exponaten Erklärungen, die von den Schulkindern aufgenommen wurden. Die Kooperation mit der Schule ist einmalig“, berichtet Reinhard voller Enthusiasmus.

Aktuell findet die Sonderausstellung „Dachbodenfunde“ statt. Wer gerne stöbern möchte, ist an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr (von Ostermontag bis zum letzten Wochenende im Oktober) zu einem Besuch im Waaldnaabtal-Museum eingeladen. Natürlich können auch Führungen vereinbart werden. Was sich über die Jahrzehnte hinweg aber nicht geändert hat, ist das Verlangen der Besucher nach einer guten Brotzeit. Einer Einkehr in einer der unmittelbar benachbarten Zoiglstuben dürfte nach einem Spaziergang durch die Vergangenheit also nichts im Wege stehen.