Mehr als nur Träume

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Markus Engelstädter lebt seinen persönlichen Traum mit echter Passion. Mit viel feinem Gespür hat er es geschafft, seine ganz eigene Note zu finden. Wir durften den gebürtigen Pressather kennenlernen und in seine musikalische Welt eintauchen.

Schnell lässt sich erkennen, dass sich sein bodenständiger Charakter mit seinen Talenten auf beste Weise vereint. Wenn der 45-Jährige an seine Kindheit zurückdenkt, dann bleibt ein Lächeln nicht aus.

Kreativität im Blut

„Gerne erinnere ich mich daran, als ich zur Musik aus dem Küchenradio mit einem Tennisschläger Gitarrespiel nachahmte
und mir meine Mama als gelernte Schneiderin dafür sogar Michael Jacksons Bühnenkostüme nähte, oder daran, wie ich wild auf Kartons Schlagzeug spielte“, erzählt der heutige Berufsmusiker lachend. Doch es sollte nicht bei Bühnenauftritten in der mütterlichen Küche bleiben. Das Rampenlicht durfte dennoch erst später angeknipst werden. Der Weg führte erst einmal zu eine Werkstätte für hölzerne Kreativität. „Nach der Schule begann ich eine Ausbildung zum Schreiner und hatte großes Glück, in einem Betrieb zu lernen, in dem Möbelstücke angefertigt wurden. Daher konnte ich mich dort auch recht schöpferisch ausleben. Meine Liebe zur Musik brannte aber trotzdem schon immer am stärksten in mir. Die Zeit war aber damals eine andere. Für viele Talente war es schwierig, ihre Musik in die Lande hinaus zu tragen, also künstlerisch in der Öffentlichkeit tätig zu sein. Heute ist es dank der großen Internetplattformen wie YouTube viel einfacher, sich zu präsentieren und zu zeigen.

Mein erstes erlerntes Instrument war das Saxophon. Ich besuchte dafür die Musikschule in Pressath und bin heute noch begeistert, auf welche Weise mir mein damaliger, aus Lettland stammender Lehrer die Musik nahebrachte. Wir spielten einfach frei nach Gehör zusammen, was mich heute noch unglaublich prägt. Es kann jemand noch so exzellent nach Noten spielen, aber wenn das Gehör nicht geschliffen ist, dann ist es nicht das Gleiche“, schildert Markus vergangene Zeiten. Mit 17 Jahren trat Engelstädter das erste Mal als Leadsänger seine Reise in ein neues Leben an – so begann alles und nahm seinen Lauf.

Auf zu neuen Klängen

Dass sich Träume verwirklichen lassen, dass es dafür aber auch Kraft und Mut braucht, weiß Markus aus bester eigener Erfahrung. Nach dem Abschluss seiner Schreinerlehre wagte er es, auf sein Herz und auf das Drängen seines ehemaligen Musiklehrers zu hören. So verschlug es ihn nach Regensburg, um dort am „Music College“, einer Berufsfachschule für Jazz, Pop und Rock, zu studieren. Nach bestandener Aufnahmeprüfung wurde neben der Instrumentallehre und dem Klavier als Zweitinstrument auch ein großes Augenmerk auf seine gesangliche Begabung gerichtet.

„Diese Zeit war etwas ganz Besonderes, weil meine Gesangslehrerin ein toller Coach war. Sie war es auch, die mir riet, nicht noch weitere Studienjahre in Leipzig zu verbringen, sondern den direkten Weg auf die Bühne zu suchen. Natürlich musste ich damals auch neben all der Kunst meinen Lebensunterhalt bestreiten. So unterrichtete ich schon während des Studiums für mehrere Jahre als Vocalcoach. Irgendwann aber kam der Moment, wo ich nicht mehr lehren, sondern viel mehr selbst aktiv spielen wollte – eine finanziell sehr mutige Entscheidung, die aber glücklicherweise bis heute funktioniert. 

So hatte ich mehr Zeit, mich auf meine Arbeit mit vollem Engagement zu konzentrieren. Erste Projekte starteten, wie zum Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Landestheater Oberpfalz (LTO) für die Burgfestspiele Leuchtenberg, wo ich für das Coaching der Hauptdarsteller und des Chores verantwortlich sein durfte“, denkt der Mann der schönen Töne an den Beginn seiner Musikerkarriere zurück. 

It´s showtime

In den darauffolgenden Jahren etablierte sich Markus zu einem gefragten Live- und Studiomusiker. Viele kennen ihn vor allem durch seine Tournee mit „The Magic of Queen“, die ihn weltweit herumreisen ließ. Wenn man den Musiker nach für ihn ganz „ehrwürdigen“ Auftritten fragt, dann muss man auf die Antwort nicht lange warten. „Das Konzert auf der Burg Hohenzollern war für mich ein besonders einschneidendes Erlebnis, das es nie wieder geben wird. Ich durfte dort an zwei ausverkauften Abenden vor tausenden Menschen spielen. Das Ambiente im Burghof war emotional und beeindruckend schön“ erzählt er uns.

Beeindrucken – das kann Markus Engelstädter nicht nur sich selbst mit immer neuen grandiosen Erlebnissen, sondern auch andere. 

Selbst der Produktionschef der Show „CONCERT ON ICE“ war so begeistert von seiner Performance in der Donau Arena in Regensburg als Special Guest, dass er ihn sofort mit auf Tour nahm und Markus sich am nächsten Tag bereits in Bozen auf der Bühne wieder fand. Live übertragen in 52 Länder der Welt! Von dort ging es weiter mit der Show „ROCK THE ICE“ in Kanada und 2019 sogar mit „CONCERT ON ICE“ in die ARD mit 6 Millionen Zuschauern – Emotion pur.

Für den selbstständigen Musiker ist neben all dem positiven Lampenfieber auch das Pulsieren der unternehmerischen Energie sehr wichtig. Aus seinen langjährigen Erfahrungen weiß Markus, dass viele Künstler nicht dauerhaft in der Branche bestehen können. Man muss wirtschaften können, ein guter Geschäftsmann sein und sich immer aus eigenem Antrieb heraus aktiv um neue Engagements bemühen. „Träume können schnell wieder platzen. Für mich ist es wesentlich, immer einen nächsten Schritt zugehen. Heute gesehen bereue ich keinen meiner Schritte, meine Offenheit gegenüber verschiedensten Musikrichtungen und meine Ideenvielfalt haben mir auch über die für viele Musiker sehr schwere Corona-Zeit geholfen. Für mich ist nichts in Stein gemeißelt, weswegen ich mir auch sehr gut vorstellen kann, ein deutsches Album zu produzieren. Mein Ziel ist es nicht, ein Superstar zu sein, sondern stetig den Menschen auf ehrliche Weise Musik näherzubringen, ohne einmal ganz hoch in den Musikhimmel zu fliegen und dann abrupt abzustürzen“, zeichnet sich Markus als aufgeschlossen, aber bodenständig aus.

Die Welt ist wunderbar

Wer kennt nicht diese berühmten Worte. Peter Maffay hat mit Tabaluga eine Geschichte kreiert, welche über Generationen weitererzählt wird. Für Markus ist das die schönste Vorstellung, wenn sich ein Künstler derart verewigen kann. Wenn ein großes Publikum zuhört, was der Künstler zu erzählen hat. Ganz auf seine innere Stimme hörte Markus, als er sich nach zwanzig Jahren wohnen in Regensburg wieder für die Rückkehr in die Heimat entschied. „Es ist für mich und meine Familie ein großer Mehrwert, hier leben zu dürfen. Die Ruhe und die Natur, welche so positiv in unser Leben einwirkt, tun Geist und Seele gut. Ich bin gerne ein Oberpfälzer und übertrage diese Gefühle auch bei meinen Konzerten“. Herzlicher hätte der Künstler unser Gespräch nicht beenden können. Gerne träumen wir davon, dass es Markus vielleicht ebenfalls gelingt, in aller heimischen Stille eine Geschichte zu schaffen, die weit über die bayrischen Grenzen in die Welt hinausgetragen wird. Wir wünschen es ihn von Herzen. 

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