Vespa – Benzin im Blut

Wenn es in Schwarzenbach rattert und knattert, dann gibt es nicht nur viel zu hören, sondern auch viel zu sehen. Zu sehen und zu bestaunen sind dann die motorisierten Zweiräder der „Gruppo Vespa Rio Nero“.

Volle Fahrt seit 2017

Zündung für die Gründung eines eigenen Vereins war das im Jahr 2016 stattgefundene Vespa-Treffen der Stadt Weiden. „Dort habe ich mich seinerzeit quasi mit dem Touren-Fieber angesteckt“, so Vereinsvorstand Michael Thumfart. Schon mit sechzehn Jahren rollte er mit seiner Vespa, die auch heute noch fährt, durch die Gegend. „Mit achtzehn bin ich dann aufs Auto umgestiegen, aber ich habe meine Vespa trotzdem behalten“, denkt Michael an seine Jugendzeit zurück.

Von den 1200 Schwarzenbachern besaßen damals schon zehn Einwohner eine Vespa. Genau diese zehn Zweiradbegeisterten machten sich vor vier Jahren auf den Weg nach Weiden zum besagten Vespa-Event.

„Rio Nero“, wie der Italiener zu Schwarzenbach sagt

So schnell der Vespa-Club gegründet wurde, so schnell wurde auch der Name dafür gefunden. „Er sollte schon ein bisschen italienisch angehaucht sein, da die Vespa ja aus Italien stammt. Also haben wir den Ortsnamen Schwarzenbach einfach ins italienische übersetzt. „Rio Nero“ klang gut, sodass wir nur noch „Gruppo Vespa“ davor setzten“, so der „Capitano“ des Vereins.

Man trifft sich oft und immer öfter

Mit den Events des Vespa-Clubs verknüpft dessen Urheber Michael auch gerne Partys mit Livemusik unter dem Motto „Back to the 50‘s“, welche sich großer Beliebtheit erfreuen. „Sehr spannend für uns sind auch die Kontakte zu anderen Vereinen, wie zu den Mitgliedern des größten Clubs in Deutschland, dem „Bayreuther Vespa-Club“ oder zu unseren tschechischen Freunden aus Pilsen“, erzählt uns Michael mit strahlenden Augen.

Von kleinen Touren und großen Zielen

Wer glaubt, dass man mit den kleinen Rädern nicht weit kommt, dreht sich selbst im Kreis. Die Mitglieder von „Gruppo Vespa Rio Nero“ wissen es am besten. Von Schwarzenbach aus startete die Truppe nach Oberösterreich ins Waldviertel, bereiste Linz und die Wachau (insgesamt 1360 km) und rollte schon zweimal nach Zell am See, um in einer Gruppe aus bis zu tausend Vespa-Fahrern gemeinsam auf zwei Rädern den Großglockner zu erklimmen.

Einmal Vespa, immer Vespa

„Mit der Vespa zu touren ist eine Lebenseinstellung, eine Philosophie und schlussendlich eine Verliebtheit. Wenn man sich einmal dafür begeistert hat, kommt man nicht mehr los“, erklärt Michael. Kein Wunder also, dass das älteste Vereinsmitglied im Alter von 80 Jahren regelmäßig mit auf Tour fährt. Wenn sich die Roller in allen Farben und Altersklassen auf den Weg machen, werden sie oft von bewundernden Blicken begleitet. In der Tat bieten die herausgeputzten Schätze einen sehr charmanten Anblick, der sicherlich so manche Kindheitserinnerung von Passanten weckt.

Große Panne, keine Panik!

„Zum Glück gibt es unter uns begnadete „Schrauber-Götter“, die hin und wieder zum Einsatz bei einem Boxen-Stopp kommen“, plaudert Michael aus dem Nähkästchen. So kam es schon vor, dass bei einer Tour eine Vespa liegen blieb, aber keine der aufgesuchten Werkstätten Zeit hatte, sich um das Problem zu kümmern. So krempelten die Jungs kurzerhand selbst ihre Ärmel hoch, durften die Hebebühne der Werkstatt benutzen und führten den nötigen Ölwechsel durch – ganz nach dem Motto „Selbst ist der Mann, selbst ist der Rollerfahrer“. Daher ist es für die meisten von ihnen auch kein Problem, eine Vespa binnen drei Stunden zu zerlegen und wieder zusammenzubauen. 

Geteiltes Glück

Die überwiegend männlichen Vereinsmitglieder schätzen ihr Glück der „italienischen Freiheit auf zwei Rädern“ ungemein. Doch da geteiltes Glück das schönste ist, lassen sie sich immer wieder Attraktionen wie etwa eine Eiswasser-Challenge, bei der sie an einem kalten Januartag im Dorfbrunnen eintauchten, einfallen, um Geld für gemeinnützige Zwecke zu sammeln. Die ortsansässige Eltern-Kind-Gruppe, das Tierheim oder Organisationen wie „Lichtblicke“ durften davon bereits profitieren.

PS-Starke Wünsche?

Am Ende des rasanten Treffens fragten wir den „Capitano“ nach Wünschen oder Zielen. Lachend verrät er uns, dass sich bereits ein glückliches Paar durch den Verein gefunden hätte. Jetzt bräuchten sie nur noch mehr hübsche männliche Mitglieder, damit sie noch mehr weibliche Fahrerinnen begleiten würden. Wir sagen dazu: „Amore mio, Gruppo Vespa Rio Nero!“ 

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